Kinderanhänger Test von Stiftung Warentest
Moderne Fahrradanhänger bieten sowohl Komfort als auch Sicherheit. Sie sind nicht nur sicherer als Fahrradkindersitze, wie zahlreiche Tests belegen, sondern bieten je nach Modell auch die Möglichkeit mehr als nur ein Kind zu transportieren. Ein großer Vorteil ist auch, dass die Kinder vor Wind und Wetter geschützt sind, Eltern und Kinder haben außerdem mehr Bewegungsfreiheit. Die Qualitätsunterschiede sind jedoch groß und die Preisspanne für einen Fahrradanhänger liegt zwischen etwa 200 und 1200 Euro.
Testergebnisse
Der Test der Stiftung Warentest ist zwar bereits von 2003, die Modelle sind jedoch nach wie vor im Handel erhältlich. Sowohl der günstigste, als auch die beiden teuersten Modelle schnitten schlecht ab. Testsieger wurde der vielseitig nutzbare Weber Ritschie 2 Biker in der Version ohne Bremse. Ebenfalls gut schnitt der Kindercar City ab, der sich aufgrund der soliden Bodenwanne auch gut für den Lastentransport eignet. Billigster guter Kinderanhänger war der Blue Bird.
Die beiden teuersten Modelle, die jedoch mit am schlechtesten abschnitten, sind beide mit einer Auflaufbremse ausgestattet, die den Fahrradanhänger quasi selbstständig zum Stehen bringt, wenn das Fahrrad scharf abgebremst wird. Doch die Bremsanlage des Leggero Cuatro 2 zeigte kaum Wirkung, weil die Auflaufeinrichtung nicht gut funktionierte. Auch das Kinder-Rückhaltesystem versagte, so dass der eigentlich gute Anhänger nur das Testurteil „mangelhaft“ bekam. Der Weber Ritschie 2 mit Auflaufbremse ließ sich bei Gefahr zwar tatsächlich besser stoppen als die Version ohne Bremse (der Testsieger), bei hoher Geschwindigkeit und Schlingerbewegungen schwankte der Anhänger aufgrund der kurzen Deichsel mit dem Gelenk hinter dem Hinterrad jedoch bedrohlich.
Alle Modelle im Überblick: Stiftung Warentest Testtabelle
Kupplungssysteme
Fahrradanhänger werden normalerweise im unteren Bereich des Fahrradrahmens angekuppelt. Dadurch hat die Verbindung bei einer Notbremsung mehr Stabilität als die früher oft übliche Kupplung hinter der Sattelstütze.
Einteilige Kupplungen, die vor der Fahrt recht aufwendig am Rad befestigt werden müssen bieten laut Stiftung Warentest jedoch nicht immer Gewähr für eine wirklich sichere Verbindung. Zweiteilige Systeme mit einer Kupplung zwischen Fahrrad und Anhänger sind nicht nur praktischer, sondern auch sicherer. Am besten schnitt die Weber-Kupplung ab, die auch in Kombination mit einem Fahrradständer für das Hinterrad angeboten wird, der beim Abstellen des Fahrrads für mehr Stabilität sorgt. Allerdings passt nicht jede Kupplung auch an jedes Fahrrad, dies sollte man also vorher sicherstellen.
Sicherheit in Kinderanhängern
In Bezug auf die Beleuchtung ist immer ein zuverlässig vom Fahrraddynamo versorgtes Rücklicht zu empfehlen, um zu vermeiden das Batterien leer werden und der Anhänger nicht mehr beleuchtet ist.
Eine solide Bodenwanne verbessert den Schutz nach unten. Anhänger mit tiefer gelegtem Schwerpunkt steigern dadurch die Kippsicherheit, bei diesen sollte eine Bodenwanne dann allerdings immer vorhanden sein. Zudem sind die Anhänger so besser geeignet Lasten zu transportieren. Manche Anhänger können sogar zum Schiebebuggy umgerüstet werden.
Ein gut funktionierendes Kinder-Rückhaltesystem kann überlebenswichtig sein. Dies ist jedoch nicht grundsätzlich gegeben, im Belastungstest beim Leggero beispielsweise verbog sich das Sitzgestell.