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Wie sicher sind Kinder im Aufzug?

Es gibt viele Menschen, die nicht gerne mit dem Aufzug fahren. Das betrifft aber nicht nur Klaustrophoben, also Menschen die Angst vor engen Räumen haben, viele haben einfach Angst vor einem Absturz oder dem Steckenbleiben im Lift.

Tatsächlich können Aufzüge gefährlich werden - allerdings aus ganz anderen Gründen, zeigt eine neue Studie von Medizinern der Indiana University in Indianapolis. Die Hauptgefahr sind die Lifttüren.

Unfallgefahr vor allem für Kleinkinder

Laut einer US-Studie von Medizinern der Indiana University Indianapolis verletzen sich jedes Jahr hunderte Kleinkinder in Aufzügen. Die Verletzungen passieren dabei hauptsächlich im Kopfbereich, wenn die Kinder zwischen den Aufzugtüren eingeklemmt werden. Und das trotz strenger Sicherheitsvorschriften. Die Forscher geben dabei in erster Linie unaufmerksamen Eltern die Schuld.

Etwa 200 Fälle mit Kopfverletzungen pro Jahr bei Kindern bis zu vier Jahren wurden ermittelt, bei Kindern zwischen fünf und neunzehn Jahren waren es 1730 Fälle. Fast 30 Prozent der Verletzten sind jedoch Kleinkinder im Alter bis zu einem Jahr. Die Forscher schreiben dies der in diesem Alter noch fehlenden Kraft, Koordination und Balance zu. Die Verletzungen entstanden zum Teil jedoch auch, wenn die Kleinkinder im Kinderwagen waren oder sogar auf dem Arm der Eltern. Nur etwa jeder 20. Vorfall ging der Studie zufolge tatsächlich auf einen Defekt des Aufzugs zurück.

In Deutschland wurden entsprechende Zahlen bislang nicht ermittelt. Laut TÜV Rheinland gibt es in Deutschland aber kaum vergleichbare Situationen, weil Sicherheitsstandards höher sind. Einzelfälle werden jedoch gelegentlich bekannt – und enden bisweilen tragisch. 2005 starb ein Dreieinhalbjähriger, weil die Liftkabine aufgrund eines Wackelkontakts trotz geöffneter Tür losfuhr. Dabei wurde der Kinderwagen, in dem das Kind saß, zwischen der Kabine und dem Rahmen eingeklemmt. Tödliche Unfälle sind laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin jedoch extrem selten. In einer Stellungnahme heißt es, die Fahrt mit einem Aufzug sei sicherer als mit einem Auto oder Zug.

Verletzungsursachen

Wenn Unfälle passierten, dann hauptsächlich, weil die Kinder sich ein Körperteil einklemmten – meist die Hände in sich öffnenden Lifttüren, was vor allem bei Glasaufzügen der Fall sei, weil man aus diesen hinausschauen könne. Glastüren bei Aufzügen müssen deshalb in Deutschland inzwischen bis zu einer Höhe von 110 cm blickdicht gemacht werden. Gerade die kleineren Kinder können jedoch auch die Gefahr einer sich schließenden Lifttür nicht einschätzen und gehen nicht schnell genug durch die Tür oder versuchen diese mit dem Arm zu stoppen. Die zweithäufigste Ursache der Unfälle war dennoch ein Sturz vor oder im Türbereich, hier war etwa jedes achte verletzte Kind betroffen.

Bei den Verletzungen handelte es sich zumeist um Blutergüsse, Prellungen, Quetschungen, Zerrungen oder eine Verstauchung. Knochenbrüche passierten selten und vor allem bei Stürzen.

Fahrstuhlsicherheit – Fazit

Die Sicherheitsstandards in Deutschland mögen besser sein als in den USA. Und auch die US-Studie belegte, dass in nur 2 Prozent der Unfälle, die Kinder im Krankenhaus bleiben mussten. Dennoch: Ein nicht zu unterschätzendes Restrisiko bleibt.


1 Kommentar zu “Wie sicher sind Kinder im Aufzug?”
  1. Nachdem ich das gelesen habe, werd ich glaub ich in Zukunft ein bisschen mehr aufpassen bei Aufzügen :)

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